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Glossar

 

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Saalkirche

 
Der Begriff bezeichnet einen Bautyp. Ein Saal ist ein Raum, der nicht durch Stützen untergliedert ist, also ein Einraum. Dies ist die einfachste und älteste Raumform, in der die frühen Pfarrkirchen und Kapellen, versehen mit einer Apsis oder einem Rechteckchor, gebaut sind.
 
 
 
 

Sakramentshaus

 
Ein Sakramentshaus ist ein turmartiger Aufbau auf einem Tabernakel zur Aufbewahrung des Allerheiligsten. Ein 11,60 m hohes gotisches Sakramentshaus (um 1370) kann man z. B. im Chor der Doberaner Kirche sehen.
 
 
 
 

Salische Baukunst

 
Kunst des 11. und frühen 12. Jahrhunderts zur Regierungszeit der deutschen Könige aus dem Geschlecht der Salier
 
 
 
 

Schiff

 
Ein Schiff ist der längs gestreckte Teilraum einer Kirche. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts werden die Pfarrkirchen dreischiffig, das Mittelschiff wird von zwei Seitenschiffen begleitet.
 
 
 
 

Schleppdach

 
Dachform als Erweiterung eines vorhandenen Dachs zur Verlängerung der regulären Dachfläche über einem An- oder Vorbau.
 
 
 
 

Schlämmen

 
Aufbringen einer dünnen Überzugsschicht aus verdünntem Kalkmörtel
 
 
 
 

Seitenschiff

 
Ein Seitenschiff ist eine parallel zum Mittelschiff gelegene Raumeinheit bei mehrschiffigen Anlagen. Normalerweise hat eine Kirch zwei oder vier Seitenschiffe, es gibt aber auch Kirchen, die nur ein Seitenschiff haben, wie z. B. bei der Klosterkirche zu Dargun.
 
 
 
 

Spitztonne

 
Gewölbe mit spitzbogigem Querschnitt
 
 
 
 

Statik

 
Der Begriff gehört eigentlich nicht in ein Glossar über gotische Architektur, weil sich die Statik erst im 18. Jahrhundert entwickelte. Wenn man bei einem gotischen Bau von statischen Verhältnissen spricht, sollte man bedenken, dass man im Mittelalter keine statischen Berechnungen kannte, sondern konstruktive Überlegungen mit theoretischen Kenntnissen und Erfahrungswerten anstellte. Das viel zitierte „Bauhüttengeheimnis“ ist nichts weiter als eine Erfahrungsvermittlung von Generation zu Generation. Erst im 15. Jahrhundert gibt es erste schriftliche Anweisungen.
 
 
 
 

Stichkappe

 
Gewölbe, das quer zur Achse des Hauptgewölbes verläuft und in dieses einschneidet. Die Scheitelhöhe der Stichkappe ist niedriger als die des Hauptgewölbes.
 
 
 
 

Stil

 
Unter Stil – zum Beispiel „norddeutsche Backsteingotik“ – versteht man die Summe der Eigenschaften, die mehreren Werken gemeinsam sind (nach Heinrich Wölfflin und Alois Riegl). Man benutzt den Begriff, um einzelne formgleiche Kunstwerke unterscheiden zu können. Ein neuer Stil kann neue Formen hervorbringen, aber allein die Angabe des Stils ist viel zu grob, als dass sie dem Kunstwerk gerecht werden könnte. Die Stilperioden finden sich in mehreren Ländern, dennoch sind die einzelnen Epochen oft zeitlich verschieden. So erreichte beispielsweise der gotische Stil, der in Frankreich entstand, erst mehrere Jahrzehnte später unsere Regionen.
 
 
 
 

Strebepfeiler

 
Strebepfeiler sind nötig, sobald man einen Raum wölbt und dennoch möglichst dünne Mauern haben will, weil man den Gewölbeschub ableiten muss. Strebepfeiler sind in der Regel am Außenbau vorstehende oder in den Raum eingezogene Pfeilervorsprünge in der Umfassungsmauer des Bauwerks, die als Gewölbewiderlager dienen. Bei einer Basilika werden die Strebepfeiler außen frei über die niedrigeren Seitenschiffe zur Traufe hinaus hochgeführt, um die Strebebögen aufzunehmen, mit denen sie konstruktiv eine Einheit bilden. In der Stralsunder Marienkirche sind die Strebepfeiler nach innen verlegt und bilden dadurch regelrechte Seitenschiffkapellen.
 
 
 
 

Strebewerk

 
Ein konstruktives Verbundsystem aus Strebebögen und –pfeilern zur Ableitung der Gewölbeschübe bei gotischen Basiliken. Über die Strebebögen, die über Seitenschiffgewölben frei liegen, die werden die Gewölbeschübe auf die Strebepfeiler übertragen, diese leiten die Kräfte auf die Fundamente ab.
 
 
 
 

Stufenportal

 
Ein Portal mit abgestuftem Gewände, in dem vielfach Säulen oder Figuren stehen, nennt man Stufenportal. Die oft relativ kleine Öffnung eines Portals wirkt in der Fassade eines Bauwerks durch die Ausbildung von zurückgestuften Gewänden bedeutend weiter.
 
 
 
 

Säule

 
Eine Säule ist eine besondere Form der Stütze. Im Unterschied zum Pfeiler ist eine Säule ein rundplastisches Element, das ein Kapitell, Kämpfer. Im Unterschied zum umgangssprachlichen Gebrauch des Begriffes wird bei mittelalterlichen Bauteilen zwischen Säule und Pfeiler unterschieden.