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Glossar

 

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Deeisis

 
Deesis bedeutet im Griechischen „Bitte“ oder „Gebet“. In der christlichen Ikonographie bezeichnet der Begriff eine Darstellung von Christus als Herrscher oder Richter zwischen den Figuren der bittenden Maria und Johannes dem Täufer. Christus kann dabei stehend oder thronend abgebildet sein.
 
 
 
 

Dendrochronologie

 
Altersbestimmung von Holz anhand der Jahrringmuster.
Der Begriff setzt sich zusammen aus den griechischen Worten: dendros = Baum, chronos = Zeit, logos = Kunde. Alle Bäume, die Jahrringe bilden, geben in den unterschiedlichen Jahrringbreiten die jährliche Klimaentwicklung wieder. Dieses Grundmuster ist innerhalb einer klimatischen Region und einer Baumart sehr ähnlich. Durch optischen und computertechnischen Vergleich der Jahrringmuster untereinander läßt sich diese Ähnlichkeit untereinander exakt feststellen. Aufgrund dieser Tatsache werden von Dendrolaboren Vergleichsmuster, sogenannte Standardchronologien, erstellt, die durch die Verwendung von Jahrringmustern historischen Holzes (Geologie, Archäologie, Bauforschunetc.) im Überbrückungsverfahren einen Vergleich mit den Wachstumsmustern vergangener Jahrtausende ermöglicht. Beprobt man historische Hölzer, beispielsweise aus einer Dachkonstruktion, benötigt man i.d.R. mindest 50 Jahrringe zum Vergleich und den letzten gewachsenen Jahrring (Waldkante), um das Fälljahr (Todesjahr) des Baumes ermiteln zu können. Aufgrund der grundsätzlichen Verwendung von schlagfrischem Holz in historischer Zeit läßt sich daraus dann ein exaktes Datum für den Bau oder den archäologischen Befund ableiten.
Aufgrund der regionalen Klimasignale, die sich in den Jarringmustern der unterschiedlichen Baumarten wiederspiegeln, läßt sich häufig auch die Region der Holzherkunft ermitteln (Dendroprovenienz, Landschaften von 2-300 km Erstreckung).
Datierbare und häufig verwendete Holzarten sind in Mitteleuropa z.B.: Eiche, Esche, Buche, Kiefer, Fichte, Tanne.
 
 
 
 

Deutsches Band

 
Bezeichnung für einen im deutschen Backsteinbau verbreiteten Typus eines Frieses, der aus einer Schicht von über Eck gelegten Steinen (Sägeschicht) gebildet wird, wobei die vordere Kante in der Mauerfläche liegt.
 
 
 
 

Dienst

 
Der Dienst ist ein in der Gotik aufkommendes Gliederungselement im Innenraum, das meist aussieht wie eine schmale stabförmige Säule, die auf die Mauerfläche oder einen Pfeiler aufgesetzt ist. Dienste können Basis und Kapitell habe, können einzeln auftreten und in die Gewölberippen münden oder aber wie ein Bündel um einen Pfeiler herumgelegt wirken. Die Querschnitte der Dienste können sehr unterschiedlich sein: Sind dicke und dünne Dienste miteinander kombiniert, so spricht man von Alten (dicken) und Jungen (dünnen) Diensten. Die Alten Dienste nehmen die Gurt- und Schildbögen auf, die Jungen Dienste nehmen die kleinen Profile wie z.B. die Diagonalrippen des Gewölbes auf. Dienste müssen nicht bis auf den Boden reichen, sondern können an beliebiger Stelle aus der Wand heraustreten. In der Hochgotik beginnen die Jungen Dienste erst oberhalb des Kämpfers.
 
 
 
 

Dienstbündel

 
Gesamtheit der Dienste an einem Bündelpfeiler oder an einer Hochschiffwand.