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Glossar

 

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Gebundenes System

 
Das Gebundene System ist ein auf das Vierungsquadrat zurückgehendes Schema, auf dem der gesamte Grundriss einer gewölbten romanischen Basilika beruht. Dabei entsprechen einem Mittelschiffjoch je zwei quadratische Joche in den Seitenschiffen.
 
 
 
 

Gespärre

 
Einzelnes Gebinde eines Sparrendachs, einem Dreieck bestehend aus einem Dachbalken (auch Zerrbalken) unten, zwei Sparren als äußere Schenkel und ggf. waagerechten Kehlbalken und verschiedenen Aussteifungen (Schrägstreben, Kreuzstreben, Sparrenknechte oder Fußstreben). Zudem können zusätzliche Stuhlkonstruktionen zur Stabilität des Gespärres beitragen (Stehender Stuhl, Liegender Stuhl) oder Hängewerke die Lastabtragung von innen nach außen unterstützen.
 
 
 
 

Gewände

 
Als Gewände bezeichnet man die Laibung eines Portals oder Fensters, wenn sie schräg geführt ist. Das Gewände wird im Verlauf der Gotik zunehmend plastischer gestaltet und durch Stufungen, Profile und Säulchen gegliedert, bis die Flächigkeit der Mauer optisch ganz in plastische Formen aufgelöst scheint.
 
 
 
 

Gewölbe

 
Ein Gewölbe überspannt den Raum als konkave Mauerfläche, die sich selbst trägt. Die einzelnen Gewölbefelder werden durch Bogen voneinander getrennt. In der Gotik wird das Kreuzgewölbe meist durch Grate (Kreuzgratgewölbe) oder Rippen (Kreuzrippengewölbe) in mehrere so genannte Kappen gegliedert. Rippengwölbe entstehen als eine der Grundvoraussetzungen für gotische Architektur um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Rippen haben aber keine stützende, sondern eine ästhetische Funktion. Um 1140 entstand am Dom zu Speyer wohl das erste Kreuzrippengewölbe.
 
 
 
 

Gewölbeschub

 
Nach der Seite wirkender Druck eines Gewölbes.
 
 
 
 

Giebel

 
Ein Giebel ist die Abschlussform eines Satteldaches oder auch die Bekrönung eines Fensters. Der Giebel kann dreieckig, segmentbogenförmig oder abgetreppt (stufenförmig zur Mitte hin ansteigend) sein. Einen Giebel mit abgetreppter Kontur nennt man auch Staffelgiebel, er ist für den Backsteinbau charakteristisch.
 
 
 
 

Gotik

 
Stilbezeichnung für die Baukunst des 12. bis 16. Jahrhunderts.
 
 
 
 

Grundriss

 
Der Grundriss ist ein zeichnerisches Mittel, die gesamte Architektur darzustellen. Er ist der horizontale Schnitt durch das gesamte Gebäude in etwa einem Meter Höhe. Eine Ausnahme bilden Kirchengrundrisse, bei denen der horizontale Schnitt etwas höher liegen kann, bzw. liegen muss, weil man ja auch die Fenster und Gewölbe einzeichnen will.
 
 
 
 

Grünling

 
Aus weichem Lehm geformter Stein, der nach dem Trocknen zum Rohling, nach dem Brennen zum Backstein wird.