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ehemalige Verteidigungsbastei, Płock (Polen)

 
 
 
 
 

Objektgeschichte

Die ehemalige Verteidigungsbastei aus dem 14. Jahrhundert stellt einen Rest des Systems der Verteidigungsmauern dar, die unter der Herrschaft des Königs Kazimierz Wielki (des Großen) errichtet wurden. Sie liegt an der Kreuzung der Straßen ul. Zduńska und ul. Okrzei in Płock.

An der Verbindung der ul. Kazimierza Wielkiego mit der ul. S. Okrzei verlief in der Vergangenheit die Grenze der mittelalterlichen Stadt, die von einer Verteidigungsmauer aus den Zeiten des Königs Kazimierz Wielki umgeben war. Die ul. S. Okrzei verläuft auf einem zugeschütteten Stadtgraben. Die aus Steinen und Ziegeln errichtete Verteidigungsmauer verfügte über 19 Basteien und drei Tore: das Dobrzyńska-Tor, das Grodzka-Tor (Wyszogrodzka-Tor) und das Bielska-Tor. Das Dobrzyńska-Tor lag an der Kreuzung der heutigen Straßen ul. Kazimierza Wielkiego und ul. S. Okrzei. Von diesem Tor aus verlief die Straße nach Dobrzyków an der Weichsel. In seiner Nähe befand sich die erhalten gebliebene Bastei – ehemals aus der Fassade der Verteidigungsmauer hervorstehend, zum Stadtkern hin offen, ohne Abdeckung, höchstwahrscheinlich nach oben mit Zinnen abgeschlossen und in 4 Geschosse geteilt.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann der Prozess der Schleifung der Stadtmauern, der ebenfalls Einfluss auf den heutigen Zustand der Bastei hatte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die damals ruinierte Bastei erhöht, mit einem Dach bedeckt und zu einem Wohnhaus umgebaut. Im Zeitraum zwischen den Weltkriegen befand sich in der Bastei und auf dem umliegenden Grundstück an der ul. Kazimierza Wielkiego ein jüdisches Alten- und Behindertenheim, das vom Ehepaar Flatau gestiftet wurde.

Der Umbau des Turms im 18. Jahrhundert bewirkte ein „Einfließen“ seiner Bausubstanz in das entstehende Wohngebäude. Während der in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts durchgeführten Untersuchungen der städtischen Fortifikationen wurde die Bastei jedoch als solche identifiziert – das Gebäude wurde vom Putz befreit, um so die originalen, mittelalterlichen Teile der Befestigungen zu exponieren.
 
 

ehem. Verteidigungsbastei

Ansicht aus 1970ern

Grundriss 14. Jh.

 
 
 
 

Besonderheiten

Die Bastei hat heute den Charakter eines zweigeschossigen Gebäudes auf viereckigem Grundriss und ist mit einem Mansardendach bedeckt.
 
 

Grundriss und Querschnitt

 
 
 
 

Nutzung

Im behandelten Objekt hat heute die Płocker Abteilung des Wojewodschaftsamtes für Denkmalschutz in Warschau ihren Sitz.
 
 
 
 
 
 

Eigentumsverhältnisse

Die Bastei ist eine Immobilie im Besitz des Staatsschatzes, die von der Płocker Abteilung des Wojewodschaftsamtes für Denkmalschutz in Warschau verwaltet wird.
 
 
 
 
 
 

Restaurierungsprozess

1999: laufende Reparaturarbeiten an der Bastei, u.a. im Bereich der Umlegung und Vervollständigung der Dachbedeckung, der Generalüberholung der Fallrohre, der Vervollständigung der Blecharbeiten am Dach, der Streichung der Schornsteine und Dachstuben, der Überholung der Fensterrahmen, des Austauschs der inneren Putze, des Austauschs von Teilen der Sanitäranlagen; Auftraggeber der Arbeiten: Płocker Abteilung des Wojewodschaftsamtes für Denkmalschutz in Warschau.

2002: Konservierungsarbeiten im Bereich der Außenfassaden, Erstellung einer neuen Farbgebung; Ausführender der Arbeiten: Produktions- und Baubetrieb „Promesa” S.C. Płock; Auftraggeber der Arbeiten: Płocker Abteilung des Wojewodschaftsamtes für Denkmalschutz in Warschau.
 
 

Rekonstruktion

 
 
 
 

Heritage Management

Das Gebäude besitzt einen individuellen Eintrag im Denkmalregister (Nr. 453, Datum des Eintrags: 08.09.78). Es liegt räumlich an den Grenzen des architektonisch-städtebaulichen Stadtkörpers und bezeugt die Kulturschichte der Stadt Płock. Diese ist im Denkmalregister unter der Nummer 51/182/59 W eingetragen (Datum des Eintrags: 16.11.1959), was bedeutet, dass das Gebäude streng denkmalgeschützt ist.
 
 
 
 
 
 

Literaturverzeichnis

keine Angaben