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Stadtkirche St. Jakob und Dionysios, Gadebusch (Deutschland)

 
 
 
 
 

Objektgeschichte

Historische Eckdaten:
seit dem 8. Jh. Existenz eines slawischen Burgwalls Strategisch günstige Lage auf einem Hügel in einem Sumpf- und Seengebiet.

- 1194 Erste urkundliche Erwähnung der Dorfkirche Godebuz(Gadebusch)
Geografisch günstige Lage der Stadt, am Kreuzungspunkt der Handelwege Lübeck Schwerin und Hamburg Wismar fördert Handel, frühe Verleihung des Münzrechts.
- 1220 Baubeginn der spätromanischen Backsteinkirche
- 1225 Verleihung des Stadtrechts und von Privilegien (gleichrangig zu Lübeck und Mölln) durch Heinrich Borwin I.
- 1398 Entlassung König Albrechts aus Dänischer Gefangenschaft, der um 1400 das Ersetzen des Chores durch einen dreischiffigen gotischen Bau veranlasst
- Mitte des 14. Jh. wirtschaftlicher Aufschwung der Hanse durch Wandel des Kaufmannsbundes zum Städtebund Verlagerung der logistischen und wirtschaftlichen Zentren des Binnenlandes an die Küste zu den Hansestädten
- von 1570 bis ca. 1620 Etablierung eines Verwaltungs- und Nebensitzes der mecklenburgischen Herzöge auf ehemaligem slawischem Burgwall.
- Große Bedeutung der Gadebuscher Münze im 16. / 17. Jh.
- 1712 Aufeinandertreffen Dänemarks und Schwedens in der Schlacht bei Gadebusch (Wakensdorf); Großer Nordischer Krieg (1700 - 1721)
- 1807 Kirche wird Gefängnis für preußisches Militär
- 1813 Magazin während der Befreiungskriege
- 1842 – 45 Umfassende Umgestaltung im Stil der Neogotik

Kirche:
Unterwegs in der Westmecklenburgischen Seen- und Hügellandschaft vermittelt ein Besuch in der Stadt Gadebusch - mit Verleihung des Stadtrechts 1225 eine der ältesten Städte Nordwestmecklenburgs – einen besonderen Einblick in die Zeit- und Architekturgeschichte Mecklenburgs. Als ein besonderes Zeugnis für die ehemals hohe wirtschaftliche Position der Stadt im 13. Jahrhundert ist die Stadtkirche anzusehen.

Der 2005 in die Liste der National wertvollen Kulturdenkmale aufgenommene spätromanische Backsteinbau ist das bedeutendste Baudenkmal des Landkreises. Die herausragende kulturhistorische Wertigkeit des Bauwerkes im norddeutschen Raum ist in ihrer Bedeutung als erhaltene Hallenkirche begründet. Die Stadtkirche gehört zusammen mit der Dorfkirche im benachbarten Vietlübbe zu den frühesten Backsteinbauten in Westmecklenburg. Ungewöhnlich mutet das Gesamtbild der Kirche an, da Chor (im Osten) und Schiff (im Westen) eine unterschiedliche Gestalt und verschiedene Bauzeiten in sich vereinigen.

Die den Heiligen Jakob und Dionysios geweihte Kirche wurde auf einem Hügel im Zentrum der Stadt wohl ab 1200 als dreijochiger Bau im Osten errichtet. Um 1220 entstanden die beiden westlichen Langhausjoche, das Turmjoch und der ursprüngliche Ostgiebel (heute verdeckt durch den jetzigen Chorteil). Der Westturm, ursprünglich als Doppelturmanlage konzipiert, wurde als quadratischer Turm um 1292 vollendet. Durch schlichte Blenden gegliedert wird der Turm von einem achteckigen Pyramidenhelm nach oben abgeschlossen.
Der wachsende Wohlstand der Stadt und steigende Bevölkerungszahlen führte u. a. zur baulichen Erweiterung des Kirchgebäudes, dabei wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts der ursprünglich existierende Kastenchor durch einen dreischiffigen pseudobasilikalen gotischen Bau ersetzt.

Bereits zu früherem Zeitpunkt ist mit dem Bau der an der Nordseite angrenzenden vier Kapellenanbauten begonnen worden. Mauerwerkteile aus der Zeit um 1210 finden sich im Erdgeschoss der ältesten, der östlichen Kapelle St. Annen, deren Gewölbe zusammen mit dem Bau des Chores um 1400 erhöht worden sind.
Die westliche Königskapelle, (einst Marienkapelle) ist in einer 1423 ausgestellten Stiftungsurkunde von Königin Agnes von Schweden, der Gattin des Herzogs Albrecht III. von Mecklenburg, des Königs von Schweden (1363-1395), gestiftet worden.

Zwischen den beiden Kapellen wurde als dritter Anbau die 1466 erwähnte Lützowkapelle errichtet (heutiger Eingangsraum), deren Giebel 1618 entstand (ähnlich der rückwärtige Rathausgiebel). Der an den Turm angrenzende westlichste Kapellenanbau ist der Königskapelle zugehörig und wurde ca. 1554 gebaut.

Äußeres:
Ein Rundgang um die Kirche offenbart eindrucksvoll Gestaltungsabsicht und Zeitzeichen des baulichen Veränderungsprozesses an Wänden, Portalen und Fensteröffnungen. Das äußere fast unveränderte, spätromanische Erscheinungsbild der Südseite prägen die Jochgrenzen markierende Lisenen, die jedoch mit dem die Wand oben abschließenden Kreuzbogenfries nicht verbunden sind. Die Fenster sind am Langhaus schlank und rundbogig, am Chor breiter und spitzbogig geformt.

Bemerkenswert ist das 1220 gebaute rundbogig abgetreppte Südportal. Den einstigen Haupteingang zieren eingestellte Säulen, die in Backsteinkapitellen mit Ornamenten (z. B. Weinlaub) enden, deren Formensprache auf Beziehungen zur niedersächsischen Ziegelbauweise hindeuten. Zutreffend ist dieses ebenso für die Gestaltung der stufenförmigen Bögen der Archivolte mit schachbrettartig gemusterten, geriffelten und gedrehten Rundstäben.
An der Westwand ist eine den drei Schiffen entsprechende Lisenengliederung erkennbar, die jedoch bald aufgegeben wurde und drei zugemauerte Rundbogenpforten. In der Mitte der Westwand befindet sich ein Rundfenster, eine Fensterrose, wie sie häufig in spätromanischen und gotischen Prachtbauten sichtbar ist. Hier als rosettenförmiger Bronzeguss aus dem 13. Jahrhundert und in einem Stück gegossen, wurde sie von den damals in der Stadt ansässigen Bronzeschmieden wahrscheinlich unmittelbar vor der Westwand hergestellt.

Kircheninneres:
Der deutliche Gegensatz von Hallenkirchenraum und Chor zeigt sich vor allem im Kircheninneren. Der Innenraum des romanischen Langhauses wird von 3 x 3 gleichförmigen quadratischen Gewölbejochen bestimmt, dessen mächtige Bündelpfeiler von einem Kreuzgratgewölbe überspannt werden. Vom östlichen bis zum westlichen Pfeilerpaar ist eine unterschiedliche Grundrissform und -fläche zu beobachten. Das östliche Pfeilerpaar besteht aus vier Halbsäulen, deren abschließende Kapitelle Menschen- und Tierköpfe bilden. Das mittlere Paar besteht aus acht dünneren Halbsäulen. Da das westliche Pfeilerpaar mit sechs Halbsäulen wesentlich stärker ausgebildet ist, liegt die Vermutung nahe, dass dieses Pfeilerbündel als Fundament für den geplanten Doppelturm angedacht war. Licht erhält das Langhaus im wesentlichen durch die Fensterrose in der Westwand des zum Schiff hin offenen Turmmassivs. Die eindrucksvolle Bronzerose wurde im 19. Jahrhundert mit der heute sichtbaren Glasmalerei versehen.

Interessant und über die Empore zu erreichen ist das in der nordöstlichen Ecke an der nördlichen Wand befindliche Biforium. Hinter dem durch eine zierliche Säule gegliederten zweibogigen Fenster befindet sich eine Nische.

Bei Sanierungsarbeiten wurde 1954 die ursprüngliche Ausmalung des Langhauses freigelegt und instandgesetzt. Die wahrscheinlich im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts entstandene Gewölbemalerei ist seitdem an Gurt- und Scheidbögen sowie den Graten der rippenlosen Gewölbe wieder sichtbar. Reste erhaltener Wandmalereien, den heiligen Christophorus (Heiliger des MA, der den plötzlichen Tod verhindern sollte, war in der Nähe des Kirchausgangs abgebildet) darstellend, sind an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs zu sehen. Die Ansicht einer Kreuzigungsszene ist auf der gegenüber liegenden Seite undeutlich wahrnehmbar. Beide Malereien sind in der Zeit um 1360 entstanden.

Eine umfassende Umgestaltungsphase von 1842 bis 45 im Stil der Neogotik brachte zahlreiche Veränderungen auch im Kircheninneren mit sich. Der südöstliche Teil der im Langhaus bis dahin umlaufenden Empore wurde entfernt, ebenso die bis an den Triumphbogen des Chores heranreichenden Bankreihen. Durch diesen Eingriff wurde der direkte Zugang vom Mittelschiff zum Chor abgeschnitten und war allein von nördlicher bzw. südlicher Seite möglich. Mit der Umgestaltung wurde die Fußbodenoberfläche im gesamten Langhaus stellenweise um bis zu 72 cm angehoben.

Die Verbindung von der Halle zum Chor bildet ein leicht spitzbogiger Triumphbogen. Von dem östlichen Pfeilerpaar an der einstigen Ostwand der Halle sind die Basen und Kapitelle noch original erhalten, was auch auf die sogenannten Runddienste, die in Holz ergänzt sind, zutrifft.

Der auf einem hohen Plateau aus Granitgestein angelegte und mit Strebepfeilern ergänzte dreischiffige Chor (mit höherem Mittelschiff) bildet mit drei Jochen eine optische Fortsetzung zur Halle und verlängert diese um annähernd die zweifache Länge. Der Abschluss des Chormittelschiffs nach Osten ist dreiseitig polygonal geformt, hingegen schließen die Chorseitenschiffe gerade ab. Vier Achteckpfeiler gliedern den Chor und tragen ein Kreuzrippengewölbe. Im Obergaden sind Blendfenster zu finden.
Spuren des Vorgängerbaues des heutigen Chores deuten sich u. a. an dem den Chor mit dem Langhaus verbindenden Pfeilerpaar in den Durchbrüchen zu den Chorseitenschiffen an.

Im Chor sind 2004 Gewölbemalereien aus verschiedenen Stilepochen freigelegt und restauriert worden. Die ornamentalen Zeichnungen in den Gewölbekappen stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die hölzernen Zugbalken sind in der mittelalterlichen Farbigkeit grün – weiß wieder gestaltet worden. Die barocke graue Farbigkeit ist auf den Kreuzrippen der Chorseitenschiffe sichtbar. Der Rundbogen der westlichen Chorwand ist in einer typischen romanischen Gestaltungstechnik „ausgetufft“ und enthält die älteste erhaltene Farbfassung. Aus dem 14. Jahrhundert, der Erbauungszeit des Chores, stammt ebenso (an der Chorwestwand) die Darstellung eines Löwen im Kampf gegen einen Drachen, das Gute im Streit mit dem Bösen symbolisierend.

Auch in den Kapellen sind Malerein entdeckt und 2001/ 2002 zum Teil erneuert worden. In der Königskapelle sind Reste spätgotischer Glasmalerei zu erkennen: Scheiben mit Maria (auf einem Grapen, einem mittelalterlichen dreibeinigen Topf, stehend) und eines Heiligen. An den Fenstern des Chores befinden sich Zunftsymbole und am südöstlichen Chorfenster ist eine Apostelscheibe zu sehen, die als eine der bedeutendsten erhaltenen Arbeiten der norddeutschen Glasmalerei um 1500 gilt.

Die Königskapelle, von Königin Agnes von Schweden gestiftet, nutzte die Königinwitwe als ihre eigene Kapelle, die nach dem Tod der Königin ihre Grablege wurde. Später wurde ebenso die Herzogin Dorothea mit in dieser Kapelle beigesetzt. Die Bezeichnung Königskapelle führte einige Zeit zu der irrtümlichen Annahme, dass der schwedische König Albrecht III. in dieser Kapelle beigesetzt worden wäre. Tatsächlich war dessen Grab in Doberan.
Die zweijochige kreuzrippengewölbte Königskapelle ist 2001/02 restauriert worden.
 
 

Bronzerose

Chordecke

Grundriss

Zeichnung 1842

Nordansicht

Südportal

Südseite

 
 
 
 

Besonderheiten

Ausstattung:
Durch die Instandsetzungs- und Umgestaltungsphase von 1842 bis 45 sind zahlreiche Ausstattungsgegenstände entfernt worden. Die erhaltenen Ausstattungsstücke stammen aus dem 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Die wertvollste Arbeit ist die zentral im Chor stehende Bronzefünte (Taufkessel), die eine der bemerkenswertesten Fünten im norddeutschen Raum darstellt. Begründen lässt sich dieses mit der Hochwertigkeit der Gusstechnik und der umfangreichen Zeichnungen. Wie die Inschrift belegt, ist die Fünte 1450 von dem Priester Hinrich Koppelmann gestiftet worden, was ebenso für das Chorgestühl und die Schranke der Königskapelle gilt. Schmuck des auf drei knieenden Engeln ruhenden kesselförmigen Taufbeckens bilden 21 Reliefs, die in zwei übereinander angeordneten Reihen mit einer dazwischen laufenden Inschrift getrennt werden. Separat gegossen wird in 21 Szenen die Passion Christi und eine Fläche das Wappen und die Initialen HK des Stifters dargestellt.

Die oben im Chor sichtbare Triumphkreuzgruppe, eine wertvolle Schnitzarbeit, entstand Ende des 15. Jahrhunderts. Die Kanzel von 1607 besitzt reichgestaltete Schnitzereien, die das Aufgangsportal und den Kanzelkorb schmücken. Neben dem Dekor wird Christus mit den vier Evangelisten und Gottvater mit Engeln dargestellt.

Wandleuchter aus dem 16. und 17. Jahrhundert ergänzen die erhaltene Ausstattung. So befindet sich unter anderem ein schmiedeeiserner Leuchter von 1580 an einem Pfeiler im Chor oberhalb der Empore. Von den Kronleuchtern ist der älteste achtarmig gearbeitet und wurde von der Schmiedezunft im 16. Jahrhundert gestiftet. Er ist im Mittelschiff oberhalb der westseitigen Empore sichtbar. Die beiden anderen Leuchter wurden von einem Gadebuscher Schmiedemeister in den 1970er Jahren gefertigt.

Die Orgel auf der Nordempore wurde 1980 eingebaut und ist eine Arbeit des Plauer Orgelbaumeisters Wolfgang Nußbücker.

Aufgrund der zahlreichen Baumaßnahmen im Inneren der Kirche sind einige Ausstattungsteile temporär ausgelagert bzw. erhalten mitunter wechselnde Aufstellungsorte innerhalb des Kirchgebäudes.
Der neogotische Altaraufsatz, aus dem 19. Jahrhundert stammend und bis in die 1970er Jahre an der östlichen Chorwand befindlich, ist im Langhaus vor der westlichen Empore zu sehen.

Ein hölzernes Epitaph, den Gadebuscher Bürgermeister Hinrich Rassow in typischer barocker Darstellungsweise abbildend, befand sich an der Südseite des Chores. Das Bildnis des Verstorbenen und die Jahresinschrift seines Todesjahres 1743 werden ergänzend von allegorischen Schnitzfiguren geschmückt. Ein Teil davon ist in restauriertem Zustand seit 2007 wieder in der Kirche (zur Zeit in Lützow-Kapelle) zu sehen.

Von dem Chorgestühl sind reich verzierte geschnitzte hölzerne Stuhlwangen erhalten. Einige davon bilden u. a. die Schranke zwischen dem Langhaus und der Königskapelle. Bei den abgebildeten Motiven handelt es sich um die Apostel und die beiden Schutzpatrone der Kirche, Dionysios (erster Bischof von Paris, 272 enthauptet, wird seine Schädeldecke und mit der Bischofsmütze in der Hand haltend dargestellt) und Jakobus der Ältere (mit dem Pilgerstab abgebildet). Auf der Rückseite der Jakobusabbildung ist Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind farbig. Im nördlichen Teil des Langhauses ist zur Zeit der sehenswerte hölzerne, sogenannte Fürstenstuhl, ein Viersitz von 1430 zu sehen, dessen ursprünglicher Standort ebenfalls im Chor war.

In den sehenswerten Kapellen ist eine umfangreiche Anzahl besonderer Ausstattungsstücke untergebracht, die zum Teil zur ursprünglichen Ausstattung dieser Kirchenanbauten gehörte.
In der zweijochigen und 2001/2002 restaurierten Königskapelle sind im Fußboden verschiedene erhaltene historische Fliesen, u. a. aus der Entstehungszeit der Kapelle, zu sehen. Im Fußboden ist ebenso die Grabplatte der 1491 verstorbenen Herzogin Dorothea eingelassen. Der Stein zeigt die Verstorbene unter einem Baldachin, eine umlaufende Inschrift und die vier Evangelistensymbole. Die ähnlich gestaltete Grabplatte aus Kalkstein der bereits 1434 verstorbenen Königin Agnes von Schweden zeigt zusätzlich die in Messing eingravierte Gestalt der Königin, ihr Wappen und das ihres Mannes.
Die Wappen von Schweden und Mecklenburg befinden sich an mehreren Stellen der Kapelle gemalt oder auf den geschnitzten hölzernen Gewölbescheiben und stammen noch aus der Entstehungszeit der Kapelle um 1420. Das an der Westwand dieses Raumes sichtbare Gemälde zeigt König Albrecht III. (gest. 1412 ) mit seinem Sohn, Herzog Albrecht (gest. 1388) und entstand Ende des 16. Jahrhunderts.
Gegenüber ist der Mittelschrein als Teil eines Altaraufsatzes eines spätgotischen Schnitzaltars angebracht.

Die mittlere nordseitige Kapelle wurde erstmals 1466 als Lützowkapelle erwähnt. Der ursprüngliche allein der Familie von Lützow vorbehaltene nördliche Zugang wurde 1948 als Kircheneingang umgebaut. In den Kapellenraum ragt südseitig eine Empore hinein (aus der Kirche in Pritzier), deren hölzerne Teile symbolische Darstellungen der Tugenden zeigen.

Die Opfertruhe in diesem Raum, nach einer 2007 beendeten Sanierung wieder zu sehen, ist die älteste Spendentruhe in Norddeutschland.

In der Annenkapelle, der ursprünglichen Sakristei, bilden sechs Teile eines einstigen hölzernen Taufumganges aus der Zeit der Renaissance eine Empore an der Südwand. Der ehemals achtseitige Taufumgang stammt von 1659 und war ursprünglich vermutlich im westlichen Teil der Kirche aufgestellt.
 
 

Schnitzaltar

Triumphkreuzgruppe

Kircheninnenraum

Marienfigur

Detail

Tauffünfte

Wandleuchter

 
 
 
 

Nutzung

 
 
 
 
 
 

Eigentumsverhältnisse

 
 
 
 
 
 

Restaurierungsprozess

Alterungsbedingter Verschleiß, jahrzehntelange ausgesetzte Baupflege und damit verbundene Durchfeuchtung verursachten erhebliche Schäden an allen Bauteilen. Restaurierungsarbeiten wurden seit den 1970er Jahren und umfassendere seit 1996 unter Leitung von Gisbert Wolf vorgenommen. Diese stufenweise Sanierung unterstützt neben anderen der seit 1992 existierende Förderverein Kirche zu Gadebusch.

Verschiedene Sanierungsarbeiten konnten seit 1996 vorgenommen und abgeschlossen werden:

- ab 1997 Beginn mit dringend notwendiger Sanierung der Turmspitze und des
-Glockengeschosses, Einbau der neuen Uhr;Turmsanierung im Kopfbereich
- Sanierung der schadhaften Kehlen im Bereich zwischen den Kapellen
- bis 2004 Sicherung und Sanierung der Königs-, der Lützow- und der Annenkapelle (u. a. durch Salze geschädigtes Mauerwerk)
- 2004 Sicherung und Sanierung des Nord- und Mittelschiffs des Chores sowie 2006 des Südschiffs des Chores, südlichen Langhauses
- Erneuerung der NW-Ecke und SW-Ecke
 
 

Kirchenschiff

 
 
 
 

Heritage Management

Förderverein Kirche zu Gadebusch
Architekt Gisbert Wolf
Schweinemarkt 4
19055 Schwerin

(Autor: Frank Burmeister)
 
 
 
 
 
 

Literaturverzeichnis