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St. Johanniskirche, Schaprode/Insel Rügen (Deutschland)

 
 
 
 
 

Objektgeschichte

Schaprode liegt an der zerklüfteten Küste Westrügens gegenüber der Insel Hiddensee. Den Schiffer, der sich vom Schaproder Bodden der durch die kleine Insel Öhe geschützten Hafeneinfahrt nähert, grüßt der mit verputzten Blenden geschmückte Westgiebel der Kirche, über dem sich eine hölzerne Turmpyramide erhebt.
Altpolabisch bedeutet „sza broda“ „hinter der Furt“, der Name wurde in der Literatur auch als „bei der Fähre“ oder gar als „Schäferhund“ gedeutet. 1993 feierte der Ort sein 800-jähriges Jubiläum, das sich auf die urkundliche Ersterwähnung eines „Szabroda“ genannten Hofes auf der Halbinsel „Uuollungh“ (Wolung) im vom Rügenfürsten Jaromar I. dem Nonnenkloster in Bergen überantworteten Besitz bezieht. Schon in der Knytlingasaga, die von den dänischen Eroberungszügen im 12. Jahrhundert berichtet, ist von Scaproda als Landeplatz die Rede. Angeblich soll damals zwischen Rügen und Hiddensee noch eine Landverbindung bestanden haben, die erst bei einer großen Sturmflut zu Beginn des 14. Jahrhunderts abriss. Auch kirchlich gehörte Hiddensee ursprünglich zu Schaprode, jedoch konnte der Schaproder Pfarrer nicht verhindern, dass 1296 auf Hiddensee ein Zisterzienserkloster gegründet wurde. Die Mönche errichteten alsbald auch auf dem Gellen, der Südspitze Hiddensees, eine Kirche, an die heute noch der Flurname Karkensee erinnert. Im Jahre 1302 übernahm die Kirche auf dem Gellen das von Schaprode abgetrennte Gebiet. Mit ihrer 1306 errichteten, während der dunklen Jahreszeit von den Mönchen befeuerten „Luchte“ (d.h. einem Leuchtturm) war diese Kirche eine wichtige Landmarke für die Ansteuerung von Stralsund.
Den Hafen von Schaprode trennt der 33 Meter breite Strom zwischen Udarser Wiek und Schaproder Bodden von der kleinen Insel Öhe, die über Jahrhunderte im Besitz der Familie von der Wisch, die sich später Öhe (in verschiedenen Schreibweisen) nannte, war. Der Pommersche Dichter Karl Lappe (1793-1843) dichtete im 19. Jahrhundert eine Lobeshymne auf die Hafeneinfahrt zwischen Schaprode und Oehe. Die vierte Strophe lautet:
„Nun landen wir und steigen aus,
Der Kirchturm soll uns leiten,
Wo offne Arme – seht das Haus! –
Sich uns entgegenbreiten.
O freundliche Schaprode!“
Und bei Ernst Heinrich Wackenroder, der im 18. Jahrhundert die Insel beschrieb, heißt es: „Dieser Ort ist zur Schiffahrt sehr bequem, indem ein tieffes Fahrwasser dicht ans Land gehet, und zur Einladung derjenigen Dinge, die man zu transportieren gedencket, dienet. (...) Die Kirche ist eine mit von den ersten im Lande, regulair und wohl gebauet, mit einem starken Mauerwerk und guten Fundament.“
Der Hafen von Schaprode soll im 18. Jahrhundert der bedeutendste auf der Insel gewesen sein. Schaproder Kapitäne wurden damals von den Seestädten gedrängt, das Bürgerrecht von Stralsund oder Barth zu erwerben, weil den „Landschiffern“ die große Fahrt verboten war. Ein herber Verlust für Schaprode sind die bemalte Kabinettscheiben mit Schiffsdarstellungen aus der Kirche, die an diese große Zeit der Segelschiffe und deren Kapitäne erinnerten. 1939 waren noch 21 solcher Kabinettscheiben vorhanden, 1954 noch 5, die 1978 während einer Vakanzzeit gestohlen worden sind. Der Diebstahl ist bis heute nicht aufgeklärt.
Heute spielt der Fährverkehr nach Hiddensee für Schaprode eine wichtige Rolle. Die Kirche liegt nur einen Katzensprung oberhalb des Hafens, und Fährgäste sollten etwas Zeit für den Besuch des Gotteshauses mit seiner sehenswerten Ausstattung einplanen.

Die Pfarrkirche St. Johannes gilt mit ihrem Chor gemeinhin nach Bergen und Altenkirchen als der drittälteste Backsteinbau und das schönste Zeugnis romanischer Architektur auf der Insel. Viele Jahre werden nicht zwischen den Chorbauten von Altenkirchen und Schaprode liegen.
Die Kirche wurde bei einer slawischen Burg gegründet. Aus dem 13. Jahrhundert sind mehrere in Schaprode ausgestellte Urkunden überliefert. Der Däne Anders Erlandsen, ein Bruder des Erzbischofs von Lund, Jakob Erlandsen (1249-1254 Bischof von Roskilde, 1254-1274 Erzbischof von Lund), besaß in Schaprode Grundbesitz. Während des Konflikts mit dem dänischen Königshaus machten von hier aus der Erzbischof und die Roskilder Bischöfe Politik. Der 1274 auf Rügen ermordete Jakob Erlandsen verlieh 1254 der jungen Kaufmannsstadt Kopenhagen das Stadtrecht.
In einer Verpfändungsurkunde von 1314 werden das „castrum et terram suam Scaprode dictam in terra nostra Ruya sitam“ genannt. Der Ritter Andreas („nobilis miles dominus Andreas dictus de ...” (Name ausgelassen) verpfändet vor Wizlaw III. Burg und Land Schaprode bis Ostern 1315 an den Hauptmann Nikolaus Olafson (PUB V, Nr. 2911). 1315 wird dann Wizlaw III., der Minnesänger und letzte Rügenfürst, selbst vom dänischen König Erich für ein Jahr mit Schloss und Land Schaprode belehnt. In der Urkunde heißt es: „Kong Erich forlænte Vitzlaff med det slot oc land Skaprud paa it aars tid, som Anders Anderssøn i Vexie haffde.“ (PUB V, Nr. 2949) In einer Liste der fürstlichen Hebungen auf Rügen aus dem Jahre 1314 gehörten zum Schaproder Bezirk die Orte bzw. Höfe Stolp, Bartstorp, Poldositz, Twargelstorp, Warsecovitz, Trepecovitz, Lubanevitz, Iabeditz, Desinkovitz, Sutsin, Nigendorpe, Lawentz, Kukelevitz, Thurante, Todendorpe, Sasitz, de curia iunioris Scacht, Subbesow, Rensitz, Magno Lesten, Parvo Lesten, Granscovitz, Udarsitz, Gusteraditz, Chlode, de Iohanne de insula, que dicitur Ø (die Insel Öhe) und Scaprode. (PUB V, Nr. 2918) Die bis heute in leicht veränderter Form überlieferten slawischen Ortsnamen überwiegen in dieser Aufzählung – das Territorium war demnach schon vor der deutschen Einwanderung, die verstärkt in der Mitte des 13. Jahrhunderts einsetzte, dicht besiedelt. In einer Hebungsliste von 1318 werden dann im Bereich von „Schaprøde“ mehrere Curien der Herren von Plathen aufgezählt. Der Name der vorgelagerten kleinen Insel wird in dieser Urkunde Oø geschrieben. (PUB V, Nr. 3234)
Im Jahre 1338 überließ der Roskilder Bischof den Bischofsroggen und seine Tafelgüter auf Rügen gegen eine Zahlung von jährlich 80 Mark Silber auf vier Jahre dem Pfarrer und Official von Schaprode, der demzufolge ein sehr wohlhabender Mann gewesen sein muss. (PUB X, Nr. 5605).
 
 

Blick

Kabinettscheibe

 
 
 
 

Besonderheiten

Das Äußere der Kirche:
Das markanteste Bauglied am Außenbau der St. Johanneskirche zu Schaprode ist der steile, fast schiffshohe rechteckige Chor mit seiner halbrunden Apsis. Beide Bauteile werden unterhalb des Traufgesimses mit einem Sägezahnfries bzw. „Deutschem Band“ von einem sehr hohen durchsteckten Rundbogen- bzw. Kreuzbogenfries geschmückt. Die großen, meist aus jeweils sechs Steinen und einem kleinen „Schlussstein“ in der Mitte gebildeten Halbkreise der Bögen ruhen zum Teil auf Kopfkonsolen mit in den Backstein geschnittenen Gesichtern und auf solchen mit Lilienornamenten. Die Rücklagen des Frieses weisen noch größere Reste eines weißen Kalkputzes auf. Den Höhepunkt des Baudekors bilden zwei vermutlich aus Kalkstein gefertigte etwa drei Steinlagen hohe Köpfe. Die Köpfe krönen die kantigen Lisenen zwischen den Fenstern der Apsis. Leider sind die Gesichter schon sehr verwittert, was eine Deutung erschwert. Überdachungen aus Kunststoff sollen dem weiteren Verfall vorbeugen.
Die relativ großen Fensteröffnungen der Apsis sind einfach konisch eingeschnitten. Der Putz der Bogenleibung weist einen schachbrettartigen Dekor in Rot und Weiß auf. Hervorragend erhalten ist dieser Fassungsbefund auch am durch das im ausgehenden Mittelalter angefügte Schleppdach der Sakristei verdeckten und so vor Witterungseinflüssen geschützten Nordfenster des Chores, das vom Dachstuhl aus zugänglich ist.

Bemerkenswert ist auch das reich ausgebildete Sockelprofil der Apsis, das aus Wulst, Kehle, Wulst und darüber liegender Schräge gebildet wird. Der Baudekor und auch die exakt geformten Backsteine im Klosterformat mit zum Teil geriefelter Oberfläche zeigen eine exzellente Beherrschung der Backsteintechnik. Sicherlich waren hier wie in Bergen und Altenkirchen (dänische?) Fachleute am Werk, die auf eine längere Bautradition zurückgreifen konnten. In der Forschung wurde insbesondere auf die Kirchen von Ringsted und Sorø auf Seeland als Vorbilder für die frühen Backsteinbauten auf Rügen verwiesen.

Der Ostgiebel des Chores oberhalb des Apsisdaches mit seinem steigenden Spitzbogenfries und einem kleinen Okulus scheint spätgotisch erneuert. Auch das Südfenster des Chores ist in der Zeit der Spätgotik verändert worden. Auf der Ostseite, also rechts oben, erkennt man noch den alten Bogenansatz des nach Westen verbreiterten Fensters. Unterhalb des Fensters ist ein Gedenkstein von 1819 für die Familie des Pastors Abraham Richter in die Wand eingelassen. Eine Metalltafel unter dem Stein wiederholt die heute kaum noch lesbare Inschrift. Davor liegt eine 1909 datierte Grabplatte der Familie von Platen auf Poggenhof.

Eine dendrochronologische Untersuchung des Chordaches ergab als Fälldatum der dort verwendeten Hölzer das Jahr 1518. Deutlich wird diese Umbau- bzw. Reparaturphase auch an der helleren und gelblicheren Brandfarbe der Ziegel im Giebelbereich oberhalb der Spitze des Apsisdaches. Für das Langhaus ergab die Untersuchung ein Fälldatum der Bäume für das Dachwerk von 1390. Damit wurde das neue Langhaus der Kirche rund 50 Jahre früher errichtet als bisher zumeist in der kunstgeschichtlichen Literatur angenommen. Während für das Dachwerk über dem Chor Eichenbalken verwendet wurden, sind die Gespärre im Langhaus aus Kiefernholz.

Das Langhaus ist nicht viel breiter und höher als der Chor der Kirche. Auffällig ist, dass die Traufe des Chores sogar höher liegt, und nur der Dachfirst ein paar Steinschichten niedriger. Die Giebel von Chor und Langhaus tragen kleine quadratische Pfeiler auf den Ecken und auf dem First. Im Gegensatz zum reich dekorierten Chor wirken die Wände des Langhauses schlicht. Die Fenster sind mit einer einfachen Fase in die Wand eingeschnitten. Die jeweils zwei stumpf in den Fensterbogen stoßenden Pfosten sind zu DDR-Zeiten erneuert worden. Im Feldsteinsockel sind teilweise behauene Granitquader verwendet worden, die noch vom Vorgängerbau – einer dreischiffigen Basilika – stammen könnten.

Auf der Nordseite schließen sich an Chor und Langhaus zwei spätere Anbauten an. Der Sakristei- bzw. Gruftanbau am Chor stößt mit seinem Schleppdach in den Kreuzbogenfries des Chores und verdeckt diesen zum großen Teil. Der Ostgiebel des Anbaus wird von drei verputzten Blendnischen mit gedrückten Rundbögen gegliedert. Die auf den Ecken oberhalb eines in Traufhöhe umlaufenden Putzbandes aufgesetzten Pfeiler entsprechen in ihrer Form denen auf den Giebelecken. Der Feldsteinsockel des Anbaus besteht aus weit aus der Wandfläche ragenden unbehauenen Findlingen. Ein Außenportal führt von Osten in die Gruft, in der heute zwei desolate jüngere Särge derer von Platen stehen.

Die kleine gewölbte Vorhalle vor dem Nordportal bildet heute den Hauptzugang zur Kirche. Im August 2007 wurden in der Vorhalle mittelalterliche Malereien entdeckt. Das Gewände des dreifach gestufte Außenportals weist abgefaste Kanten auf. Bemerkenswert sind die bauzeitlichen Türflügel. Eine ähnliche mittelalterliche Tür ist in St. Marien zu Stralsund erhalten. Das West- und das Südportal wurden in nachmittelalterlicher Zeit zugesetzt. Bis ins 20. Jahrhunderts stand auch vor der Westwand noch ein kleiner querrechteckiger Fachwerkvorbau mit einem Schleppdach, der über die gesamte Giebelbreite bis an den Treppenturm an der Nordwestecke reichte. Der Dachanschlag dieses im 20. Jahrhundert beseitigten Vorbaus ist an der Südseite des Treppenturms noch deutlich erkennbar. Die Westfassade wird durch eine Reihe gestaffelter schlanker verputzter Blenden am Giebel betont. Die äußeren haben jeweils in Dreiecken endende Zwillingsspitzen, die zwei mittleren enden in Rundbögen. Möglicherweise wurde der obere Abschluss dieser beiden Blenden beim Aufsetzen des Dachreiters verändert. Im Gebälk des Dachreiters ist die Jahreszahl 1668 eingebrannt. Eine schildartig auf den Giebel gesetzte Mauer schützt auf der Westseite den Fußbereich des aus dem Dach ragenden, außen verbretterten Dachreiters. Die achtseitige, früher mit Holzschindeln gedeckte Turmspitze hat heute eine Kupferhaut und wird oben von einem vergoldeten Wetterhahn bekrönt. Der ursprüngliche, durch einen Orkan 1666 zerstörte Turm soll über der Mitte des Langhauses gestanden haben. Das zugesetzte, dreifach gestufte Westportal weist zwei nachträglich eingearbeitete Sitznischen auf. Neben dem Treppenturm sind noch Mauerwerkreste des romanischen Vorgängerbaus erkennbar.

Innenraum:
Das Innere des einstmals sicherlich reich ausgemalten Baus ist heute weiß verputzt. Eine jüngst durchgeführte restauratorische Untersuchung ergab außer den Weihekreuzen leider kaum Befunde für die ursprüngliche Ausmalung. Hinter der Kanzel wurden Reste einer barocken Vorhangmalerei entdeckt. Den romanischen Rundbogen zum Chor füllt eine spätgotische Triumphkreuzgruppe aus. Sie könnte mit der Umbauphase am Chordach von 1518 in Zusammenhang stehen. Der stilistische Befund verweist in diese Zeit. Unregelmäßigkeiten im Mauerwerk der Ostwand des Schiffes deuten auf den romanischen Vorgängerbau mit seinen abgebrochenen Arkaden und Nebenapsiden. Die hohe steile Hauptapsis wird von dem großen barocken Altarretabel aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert ausgefüllt. Im Gegensatz zu den steilen Proportionen von Chor und Apsis wirkt das Langhaus durch die weit gespannten Kreuzrippengewölbe mit Rundstabprofilen breit und flach. In der westlichen Gewölbekappe des östlichen Langhausjoches verschließt ein hölzerner Deckel das große „Himmelsloch“, das in katholischer Zeit der Himmelfahrtsliturgie diente. Der Chor ist kreuzgratgewölbt. Eine Bretterluke im später zugesetzten Nordfenster führt in den Dachraum über der Sakristei. Dort, an der durch das später angesetzte Schleppdach geschützten Außenwand, sind wichtige Putz- und Farbbefunde des romanischen Baus erhalten. Die Kämpferzone des Bogens zur Apsisöffnung wird durch ein Kragband, gebildet aus zwei waagerechten Viertelstäben mit kantigen Blättchen, die eine Hohlkehle begleiten, betont. Die gleiche Schmuckform findet sich auch in den Kirchen von Bergen und Altenkirchen. Ein einfacher Wulst setzt die Kalotte von der Apsis ab.

In der Nordostecke des Chores blieb ein gemauertes Sakramentshaus erhalten, dessen Wimpergaufsatz über das Dach der dort später eingebauten Patronatsloge ragt. Von der Loge aus ist die durch eine originale hölzerne Tür und ein Gitter verschlossen Sakramentsnische zugänglich. Der Chronist Ernst Heinrich Wackenroder berichtet: „An der Norder-Seite an dem Pfeiler ist das Marien-Bild mit dem Jesus-Kindlein in einem dazu aptirten Orte, mit einem Thürlein und eisernen Gitter, annoch wahrzunehmen; Von welchem Bilde per traditionem erzehlet wird, dass zu Päbstl. Zeiten Wallfahrten dahin angestellet worden, und wer dieser Heil. Marien etwas gelobet, hat vermeinet, in seinem Vorhaben, Gesuch und Anliegen beglückt zu seyn.“ Ende des 19. Jahrhunderts war diese wundertätige Marienfigur, die vor der Reformation das Ziel von Wallfahrern gewesen ist, allerdings inzwischen sehr durch Wurmfraß verstümmelt, noch vorhanden. Man überließ sie der Gräfin von Usedom als Gegenleistung für die Erlaubnis, den ihr gehörenden Udarser Chor in der Kirche (also ein Patronatsgestühl), der fast die halbe Breite des Kirchenschiffes einnahm und die Sicht versperrte, abreißen zu dürfen.

Ausstattung:
Altarretabel
Das ikonographische Programm der Gemälde des um 1700 entstandenen großen barocken Altarretabels ist von unten nach oben zu lesen. In der niedrigen Predellenzone ist das letzte Abendmahl dargestellt, im Hauptfeld darüber die Kreuzigung und im Obergeschoss die Auferstehung. Ergänzt wird das Programm durch die Skulpturen der vier Evangelisten.

Den oberen Abschluss bildet ein geschnitzter auf seinem Nest sitzender Pelikan, der sich mit dem Schnabel die Brust aufreißt, um mit seinem Blut die Jungen zu tränken und damit auf den Opfertod Christi anspielt. Wohl einmalig ist die groteske, die Zunge herausstreckende Blattmaske darunter. Auch das geschnitzte Blattwerk der Seitenwangen scheint sich an manchen Stellen in groteske Gesichte und Tierköpfe zu verwandeln. Der Künstler spielte mit der Doppeldeutigkeit des Ornaments. Vielleicht war es der Stralsunder Tischler Thomas Phalert (auch Vallert / Valer), der den Altar schuf. Thomas Phalert wurde 1681 als Tischler und Fremder (Extraneus) ins Stralsunder Bürgerbuch eingetragen. Vergleichbar sind mehrere Altarretabel auf dem Festland, etwa das in der ehemaligen Wallfahrtskirche in Kenz und das Retabel in Groß Bisdorf im Kreis Nordvorpommern. Die durchbrochen gedrehten Säulen dieser Retabel zeugen von der Meisterschaft der Kunsttischlerei. Die auf der Rückseite und der Stützkonstruktion aufgemalten und eingeschnittenen Jahreszahlen 1716, 1729 und 1730 wollen nicht zur Stilistik des Werkes passen, allerdings könnten sie sich auf die spätere Fassung (d.h. Bemalung) des Retabels beziehen.

Triumphkreuzgruppe:
Die den Chorbogen füllende Triumphkreuzgruppe ist wohl die späteste auf der Insel Rügen aus dem Mittelalter erhaltene. Stilistisch kann die Gruppe um 1510/20 datiert werden und fällt damit in die Zeit der Erneuerung des Chordaches von 1518. Haupt und Oberkörper des Gekreuzigten werden von einer großen runden Scheibe im Kreuzungspunkt von Stamm und Balken des Kreuzes hinterlegt. Möglicherweise ist dieses Kreuz selbst älter, als der spätgotische Corpus und das Schmuckwerk an seinen Endungen. An den verbreiterten Kreuzenden sind Reliefmedaillons mit den vier Evangelistensymbolen angebracht: links Matthäus (ein Engel), rechts Lukas (ein Stier) unten Markus (ein Löwe) und oben zu Häupten des Gekreuzigten der Adler als Symbol des Johannes. Rhombenförmige, an den Endungen seitlich eingesteckte durchbrochen geschnitzte Blätter charakterisieren das Kreuz als Baum des Lebens. Maria und Johannes stehen in trauernder Geste unter dem Kreuz. Inschriften auf der Rückseite des Kreuzes und auf dem Triumphbalken beziehen sich auf Renovierungen in den Jahren 1669 und 1720. Die Neufassung der Triumphkreuzgruppe führte laut Kirchenregister der Stralsunder Maler Franz Rose 1721/22 aus. Die Bemalung unterstreicht das Leiden des Gekreuzigten. Drastisch werden die Blutrinnsale im Gesicht und auf dem Körper dargestellt.

Wohl einmalig sind die beiden gegenwärtig eingelagerten, in nachreformatorischer Zeit auf dem Triumphbalken montierten, sich an die versammelte Gemeinde wendenden Inschrifttafeln. Die dort zu lesenden Sprüche lauten: „Stehet still, ihr Zuschauer, / Schauer und Zittern wird euch überfallen. / Sehet da / Schädelstätt und schädliche Stäte. / Schändliche Thaten sind darauf zum Scha-/den verübet, indem man den Herrn der Herrligkeit / darauf gecreuziget. / Nie erhörte Wunder / Hier steht ein Stamm ohne Wurtzel, / Die Wurtzel Isai ist oben dran gebunden. / Es ist ein Baum des Todes / Der Baum des Lebens ist daran genagelt. / Sehet / Hier hängt ein Gefallener, / Gefallen wird er euch wohl nicht, / er hat keine Gestalt noch Schöne, / Ist aber der Schönste unter den Menschen / Kindern.“ Auf der anderen: „Er ist ein Gebundener, / Aber, / der Gebundenen Erlöser. / Er ist ein Überwinder der Starcken, / Von Schwachen aber ist er überwunden. / Wunder, über Wunder, / Ihr wolt wissen wie er heisset. / Dieser Todte ist euer Leben. / Dieser Gefallene euer Auferstehen. / Es ist euer leidende Christus / Mitleidende Christen. / Genug, / Selbst Gottes Sohn ist hier am Phale umgekommen / Nun hat euch Gott durch ihn zu Kindern / aufgenommen. / Gehet hierauf mit heiligen Schauer / wieder von einander / Ihr Zuschauer.“
Auf dem Triumphbalken auf der der Gemeinde zugewandten Seite steht die Inschrift: „Christus hat unsere Sundeschafft geopffert an seinem leibe auff dem holtze. aus 1 Epistel Petri 2 C“ sowie auf der Chorseite: „Ex Donatione Auditorum DN. M. Maneke Pastoris Templum undique instaurari coeptum est Aō 1720“ (Aus Schenkungen der Hörer des Herrn Magister Maneke, Pastor, ist begonnen worden, diese Kirche allenthalben zu erneuern. Anno 1720.) Der 1681 in Hamburg geborene Lorentz (Laurentius) Maneke, der 1715 nach Schaprode berufen worden war, nachdem er mehrere Jahre als Feldprediger gedient hatte, machte sich sehr um die Renovierung und Ausstattung der Kirche verdient. Wie damals üblich, heiratete er die Tochter seines Vorgängers. Er hatte mit ihr zusammen sieben Kinder und starb 1758 im gleichen Jahr wie sie.

kleines Kruzifix:
An der südlichen Ostwand steht ein eindrückliches kleines geschnitztes Kruzifix. Der beschädigte Corpus stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, Arme und Kreuz und Dornenkrone wurden 1940 ergänzt.

Grabplatten, Mordwange und Epitaph derer von Platen sowie der Patronatsstuhl / das nahegelegene Herrenhaus in Granskevitz
Am nördlichen Ausgang des Dorfes wurde im 14. Jahrhundert an der Stelle einer Bluttat, der im Jahre 1368 der in der Kirche bestattete Reinar (vermutlich identisch mit dem urkundlich mehrfach genannten Reinfried) von Platen und seine Söhne zum Opfer fielen, ein Sühnestein errichtet. Erhalten ist solch eine „Mordwange“ auch auf dem Kirchhof von Gustow auf Rügen. Vergleichbar ist das heutige Aufgreifen alter Tradition in Unfallkreuzen am Straßenrand, wovon es auf Rügen einige sehr traurige Beispiele gibt. Die Umstände des Mordes in Schaprode sind nicht überliefert. Möglicherweise standen die von Platen bei den Auseinandersetzungen Stralsunds mit Dänemark auf dänischer Seite. Die Inschrift in der verwitterten und zweimal gebrochenen und mit Zement geflickten Granitstele ist heute kaum mehr lesbar. Der Überlieferung nach heißt es: „alle de hyr hine gan ick bidde dat se eyn klene stand vnde bidden godt in korter tyd make de sele pine quyd. Mcccl xviii“ und auf der Rückseite „Reynwart Plate“. (zitiert nach Zdrenka: Inschriften, S. 15, Nr. 11) Damit ist die Schaproder Mordwange das älteste auf der Insel erhaltene Zeugnis für eine niederdeutsche Inschrift. Die dazugehörige Grabplatte von 1368 in der Kirche mit dem Wappen der von Platen ist ein frühes Zeugnis für den Übergang zur gotischen Minuskelschrift. Eine zweite, 1403 datierte Grabplatte in der Kirche deckte ursprünglich das Grab von Reinars Bruder Hinricus von Plate und dessen Gattin Mechthyldis von Gagern.

An die um Schaprode begüterte Familie von Platen, der auch die Kirche im benachbarten Trent einen Teil ihrer reichen Ausstattung verdankt, erinnert ebenfalls das prächtige barocke Wappenepitaph an der Chornordwand. Es wurde dem Anno 1716 im Alter von 74 Jahren, 9 Monaten und sieben Tagen verstorbenen Balthasar von Platen gesetzt, der 1642 „an dieses Tageslicht gebohren“ war, wie es in der Inschrift heißt. Das von geschnitztem Akanthusblattwerk gerahmte Wappen zeigt zwei Flügel mit Meerkatzenköpfen. Johannes Micraelius beschrieb das Wappen der von Platen folgendermaßen: „...führen zweene grewliche scheußliche Köpffe, derer jedem ein Flügel herunter hanget, unnd auffm Helm einen Rosenkranz umb drey Straußenfedern.“ (zitiert nach Bagmihl, Pommersches Wappenbuch, Bd. 3, S. 135)

In einer eisernen Halterung neben dem Epitaph steckten ehemals Fahnen. Heute kann man die barocke Pracht der Ausstattung des 18. Jahrhunderts, zu der auch eine entsprechende Ausmalung und Textilien gehörten, nur noch erahnen. Teil dieser Ausstattung ist auch das Patronatsgestühl aus dem Jahre 1742. Neben dem Wappen des königlich schwedischen Landrates Christoph Ernst von Platen sind dort zwischen emblematischen Bildern die Wappen derer von Sidow, von Usedom und von Bohlen angebracht. Totenschädel und Stundenglas gemahnen an das Ende.

Das Herrenhaus im 4 Kilometer nordöstlich gelegenen Granskevitz im Kirchspiel Trent war über Jahrhunderte die Stammburg des weit verzweigten Geschlechts von Platen. Der Überlieferung nach wurde der Sitz 1170, also nur zwei Jahre nach der Christianisierung der Insel durch die Dänen, von Granza von Platen gegründet, der Granskevitz den Namen gab. War es jener Granza, der nach der Eroberung der Tempelburg Arkona Bischof Absalon von Roskilde anbot, die Nachricht nach Karentia zu überbringen und auch die dortigen Burginsassen zur Übergabe zu bewegen? Die Lokalisierung der Burg Karentia, die man lange mit dem großen Garzer Burgwall identifiziert hatte, ist heute in der Forschung umstritten.
Seine heutige Gestalt verdankt das Gebäude in Granskevitz vornehmlich Umbauten im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Keller soll 1507 vermauert worden sein, nachdem dort Pestleichen bestattet worden sind.

Die Kanzel von 1723:
Die Kanzel schuf 1723 während der Amtszeit des Pastors Laurentius Maneke der Stralsunder Hans Broder. Broder war 1662 in Stralsund geboren worden und hatte 1687 als Tischler das Bürgerrecht erlangt. Hans Broder war Zeitgenosse des berühmten Stralsunder Bildhauers Elias Keßler, welcher ihn wegen der Beschäftigung von Bildhauergesellen in seiner Werkstatt verklagte. Möglicherweise sind die bewegte Petrusfigur, welche die Schaproder Kanzel trägt und der Engel, der den Schalldeckel krönt, die Arbeit eines solchen tüchtigen Bildhauergesellen, der in der Werkstatt Meister Broders tätig war. Die Bemalung der Kanzel übernahm der Stralsunder Franz Rose, der schon bei der Renovierung der Triumphkreuzgruppe genannt ist. Bemerkenswert sind die Gemälde Luthers und des pommerschen Reformators Johannes Bugenhagen am Aufgang zur Kanzel. Luther nimmt den Scheffel – ein altes Hohlmaß – vom Licht, das auf die aufgeschlagene Heilige Schrift mit der Jahreszahl 1535 fällt. Auf dem zweiten Bild verweist der pommersche Reformator auf die von ihm geschaffene Kirchenordnung. Aus den Wolken erscheint eine Hand mit dem Schriftband „Treptoisch Landtag 1534“. Auf dem Landtag in Treptow an der Rega wurde 1534 die Reformation für Pommern angenommen. Johannes Bugenhagen kam aus dem bei Treptow gelegenen Prämonstratenserkloster Belbuck. Über den Bildern steht auf der Brüstung des Kanzelaufgangs der Spruch: „Was Luther an das Licht gebracht, hat Bugenhagen bekandt gemacht“. Die Gemälde am reich dekorierten Kanzelkorb zeigen Jakobs Traum von der Himmelsleiter, Mose vor dem brennenden Dornbusch, den Empfang der Gesetzestafeln auf dem Berge Sinai in einer Wolke von zuckenden Blitzen sowie die Verklärung Christi auf einem hohen Berg in Gegenwart von Moses und Elia nach Matthäus 17, Vers 4.
Köstlich sind Bild und Spruch auf der Kanzeltür, die sich direkt an den Prediger wenden. Dem knienden Geistlichen, der spricht: „Herr hülf mir“ erscheint in den Wolken der Herr mit den Worten „Ich will mit deinem Munde seyn.“ Unter dem Bild steht der ermutigende Spruch: „Sag was zu sagen ist mit Stadhafften Muth, So führest du dein Ambt und Christi lehre gud.“ Eine weitere Inschrift nennt das Jahr der Christianisierung der Insel 1168 und das Jahr der Einführung der Reformation in Pommern 1534 sowie den ersten evangelischen Prediger in Schaprode, Simon von Platen.

Grabstele für Jochen Tode von 1658:
Während große barocke Kapellenschauwände vor Begräbnisstätten in den Pfarrkirchen des Ostseeraumes, etwa in St. Marien und St. Nikolai zu Stralsund oder Greifswald, öfter erhalten sind, dürfte dieses Zeugnis barocker Sepulkralkultur einmalig sein! Die im oberen Teil bunt bemalte hölzerne Stele zeigt das Konterfey des Verstorbenen. Darunter, leider kaum noch erkennbar, dessen Familie im Gebet vor einem Kruzifix: rechts wohl die Ehefrau mit zwei Töchtern, links vermutlich Jochen Tode mit mehreren Söhnen. Die eingeschnittene Inschrift darunter lautet: „HIR RUHET IN GOT / DEN HERREN DER / EHRBAHRE IOCHEN / TODE UND ERWAR/TET DIE ZUKUNFT / DES HERREN AM / GINGESTEN TAGE / ANNO 1658 / SEINES ALTERS / GEWESEN 67 IAR.“ Vermutlich war Jochen Tode ein Vorfahr einer später in Schaprode nachweisbaren Schifferfamilie.
Man kann davon ausgehen, dass es einst auf Rügen viele derartiger bemalter Grabstelen gab. Erhalten ist nur diese eine.

Zur weiteren Ausstattung der St. Johannes Kirche gehören ein barocker Taufständer mit der geschnitzten Gruppe der Taufe Christi am Fuß. 1986 fand man unter dem Dach der Nordvorhalle dazu den Rest des Deckels mit einer Bleistiftinschrift, die den Schnitzer Hans Broder sowie das Jahr der Entstehung 1721 nennt. Ebenfalls von den schon von anderen Ausstattungsstücken bekannten Stralsunder Künstlern Hans Broder und Franz Rose stammt der Beichtstuhl von 1722. Der ehemalige Schaproder Pfarrer Wolfgang Lehmann hat diese Beichtkammer mit ihren emblematischen Bildern und Inschriften im Rugia Journal 1998 ausführlich beschrieben. Die Westempore und das Gestühl wurden unter teilweiser Wiederverwendung älterer Teile errichtet – besonders hervorzuheben ist die Fiale des erhaltenen Eckpfostens eines mittelalterlichen Gestühls. Ein mittelalterliches Gestühl hat sonst auf Rügen nur die Kirche in Lancken-Granitz aufzuweisen. Die Orgel mit neugotischem Prospekt ist ein Werk der Firma Knauf aus Gotha. Und schließlich zwei Glocken. Die ältere, kleinere, gegossen 1609 von dem Stralsunder Gießer Albert Huve, wurde von zwei Söldnern in schwedischen Diensten gestiftet. Der eine, Martin Krakow, war Verteidiger von Gullberg und Kommandant in Vaxholm. Meister Huve goss auch Glocken für Barth (1601), Waase auf Ummanz und Damgarten (1605) sowie 1612 eine für Tützpatz. (vgl. Zdrenka, Inschriften, S. 125, Nr. 121)

Auch die große, jüngere. Schaproder Glocke, die 1728 gegossen wurde, nennt in einer Inschrift den Namen ihres Verfertigers: „ME FECIT JOCHIM METZKER STRALSUND“ heißt es dort. (wie zum Folgenden vgl. den Aufsatz von Renate Schaarschuh im Rügen-Jahrbuch 2005) Jochim Metzker war um das Jahr 1688 in einer Nürnberger Glockengießerfamilie geboren worden und wurde nach Lehre und Wanderschaft durch Südeuropa 1720 vom Stralsunder Magistrat als Rot- und Glockengießer angestellt. In einer lateinische Inschrift nennt die Glocke selbst ihre Funktion: LAUDO DEUM DEFUNCTOS PLORO SABBATA PANGO – übersetzt: „ich lobe Gott, ich beweine die Toten, ich besinge den Feiertag“. Der Name des um die Ausstattung verdienten Pastors Laurentius Maneke wird ebenfalls inschriftlich auf der auf f´ gestimmten Glocke genannt.
Im August 1942 hatte man beide Glocken abgenommen und nach Hamburg transportiert, um sie dort für Rüstungszwecke einzuschmelzen. Glücklicherweise kam es nicht mehr dazu, und sie konnten 1950 zurück nach Schaprode geführt werden.
 
 

Chor von Südosten

Fries Apsis

Konsolkopf

Fassungsbefund

Apsis

Frieszone

Südansicht

Schaprode von Süde-West

Ansicht SW

im Chor

Retabel

Trauernde

Auferstehung

Maske

Triumphkreuzgruppe

Christus Haupt

Maria

Epitaph

Kanzel

Petrus

Luther

Kanzelaufgang

Grabstele

Taufständer

Chor von Osten

 
 
 
 

Nutzung

 
 
 
 
 
 

Eigentumsverhältnisse

 
 
 
 
 
 

Restaurierungsprozess

Im Vorfeld der 800-Jahrfeier von Schaprode im Jahre 1993 begann 1990 eine Generalinstandsetzung der Kirche. Der Westgiebel, der sich 50 cm geneigt hatte, wurde gesichert und die Außenmauern saniert. Die desolaten Dächer wurden über dem Langhaus mit Biberschwanzziegeln und über dem Chor mit S-Pfannen neu gedeckt. Der Turm wurde komplett überholt und die Läuteanlage elektrifiziert.
1992 erfolgte eine detaillierte restauratorische Befunduntersuchung des Innenraumes. Aus Spendenmitteln konnte der barocke Taufständer restauriert werden.
2005 folgten weitere restauratorische Befunduntersuchungen des Innenraumes und die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für die Innenraumsanierung in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Die den Innenraum prägende reiche barocke Ausstattung wurde bei der Erarbeitung eines Farbkonzeptes besonders berücksichtigt.
2004 konnte mit Förderung des Restaurierungsfonds der Pommerschen Evangelischen Kirche der barocke Beichtstuhl restauriert werden. Bis 2006 wurde auch die E-Anlage und Beleuchtung erneuert und eine Bankheizung eingebaut.
Gegenwärtig (2007) erfolgt die Sanierung von Chorraum und Kirchenschiff, wobei eine Teil-Förderung über Patronatsmittel des Kirchenkreises Stralsund zugesagt ist.

(Autor: Detlef Witt)
 
 
 
 
 
 

Heritage Management

 
 
 
 
 
 

Literaturverzeichnis

Bistum Roskilde und Rügen: med dansk resumé / hrsg. von Bertil Wiberg. Roskilde: Roskilde Stiftsblad, 1987

Festschrift
800 Jahre Schaprode. 1193 – 1993. Redaktion Wolfgang Lehmann.-
Rügen-Druck Putbus, 1993

Die Kunstdenkmale des Kreises Rügen /
bearb. von Walter Ohle; Gerd Baier. (Nachdr. der Ausg.) Leipzig, Seemann, 1963. Greifswald: Steinbecker Verlag Rose, 1997

Lehmann, Wolfgang:
Der Beichtstuhl in der Schaproder Kirche. in: Rugia Journal 1998.- S. 81-85

Lehmann, Wolfgang:
Die Kirchen von Schaprode und Trent (Rügen). München; Berlin: Deutscher Kunstverlag, o.J. (DKV-Kunstführer Nr. 534/9)

Zdrenka, Joachim:
Die Inschriften des Landkreises Rügen / ges. u. bearb. von Joachim Zdrenka. Berlin: Akad.-Verl. (u.a.), 2002 (Die deutschen Inschriften; 55; Berliner Reihe; 8)

Holz, Martin:
Von Schaprode in die Welt. in: Rügen. Impressionen. Informationen. Visitenkarten.- 15. Folge o. J. (2005).- S. 8-15

Schaarschuh, Renate:
Me fecit Jochim Metzger. Eine Stralsunder Glockengießerwerkstatt und ihr Wirken für Rügen. in: Rugia. Rügen-Jahrbuch, 2005.- S. 27-33: Abb.

Büttner, Bengt:
Die Pfarreien der Insel Rügen: von der Christianisierung bis zur Reformation. Köln: Böhlau, 2007 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern: Reihe 5, Forschungen zur pommerschen Geschichte; 42)